Auskunftsrecht nach DSGVO: Wie Sie Ihre persönlichen Daten anfordern
Die DSGVO gibt uns das Recht, jederzeit zu erfahren, welche persönlichen Daten Unternehmen über uns speichern. Ob beim Glücksspiel im Online-Casino, in sozialen Netzwerken oder in Online-Shops – jeder Anbieter muss auf unsere Anfrage antworten. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du dein Auskunftsrecht nutzt und welche Informationen du fordern kannst. Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie du vorgehen musst und welche Fristen gelten.
Was ist das Auskunftsrecht der DSGVO?
Das Auskunftsrecht ist in Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung verankert. Es besagt, dass jede Person das Recht hat, von einem Unternehmen zu erfahren, ob und welche persönlichen Daten über sie verarbeitet werden. Dieses Recht ist grundlegend für den Datenschutz und gilt für alle Bürger der Europäischen Union – unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat.
Wir können jederzeit und kostenlos eine Auskunft anfordern. Das Unternehmen muss transparente Informationen geben – etwa woher die Daten stammen, wie lange sie gespeichert werden und an wen sie weitergegeben werden. Diese Rechte gelten auch für große Konzerne und kleine Start-ups gleichermaßen. Es gibt keine Ausnahmen für bestimmte Branchen oder Unternehmensgröße.
Welche Daten können Sie einsehen?
Mit deinem Auskunftsantrag kannst du folgende Informationen einsehen:
- Personenangaben (Name, Adresse, E-Mail, Telefon)
- Nutzungsdaten und Verhaltensprofile
- Transaktionshistorie und Zahlungsinformationen
- Kommunikationsprotokalle (E-Mails, Chat-Verläufe)
- Interne Bewertungen und Markierungen durch das Unternehmen
- Empfänger und Partner, an die deine Daten weitergegeben wurden
- Informationen über die Speicherdauer deiner Daten
Das Unternehmen muss dir alle Daten in strukturierter, gängiger Form zur Verfügung stellen – üblicherweise als PDF oder CSV-Datei.
Daten bei Online-Casinos und Glücksspielanbietern
Bei Online-Casinos und anderen Glücksspielanbietern sind die Daten besonders sensibel. Hier kannst du einsehen: deine Registrierungsinformationen, Ein- und Auszahlungsverlauf, Spielhistorie und Einsätze, Gewinn- und Verlustbilanzen, KYC-Daten (Know Your Customer), Nachweise deiner Identität, IP-Adressen und Geräteinformationen. Auch wenn du bei einem online casino ohne lugas spielst, haben diese Anbieter eine Auskunftspflicht. Die Casinos müssen offenlegen, welche Marketingdaten sie sammeln, an welche Werbepartner sie deine Informationen weitergeben und wie lange sie deine Spielhistorie archivieren.
So stellen Sie einen Auskunftsantrag
Ein Auskunftsantrag ist formlos und kostet dich nichts. Du brauchst kein spezielles Formular und keine rechtliche Unterstützung. Allerdings solltest du strategisch vorgehen, um deine Identität zu bestätigen und den Antrag nachzuverfolgen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Kontaktdaten des Unternehmens recherchieren
Suche auf der Website des Unternehmens nach dem Datenschutzbeauftragten oder der E-Mail-Adresse für Datenschutzanfragen. Diese ist oft im Impressum oder unter “Datenschutz” zu finden.
Schritt 2: Antrag formulieren
Schreibe eine klare E-Mail mit folgenden Informationen:
- “Ich stelle einen Auskunftsantrag nach Artikel 15 DSGVO”
- Deine vollständigen persönlichen Daten
- Kurze Beschreibung, wo und wie das Unternehmen deine Daten verarbeitet
- Gewünschtes Format der Daten (z.B. PDF, CSV)
Schritt 3: Mit Kopie senden
Versende den Antrag per E-Mail oder Einschreiben. Speichere eine Kopie ab, um die Bearbeitung nachzuverfolgen.
Schritt 4: Bestätigung erhalten und Fristen beachten
Das Unternehmen muss dir innerhalb von 30 Tagen antworten – oder dir mitteilen, warum es länger dauert.
Fristen und Ihre Rechte bei der Bearbeitung
Das Unternehmen hat eine gesetzliche Frist von 30 Tagen, um auf deinen Antrag zu antworten. Diese Frist kann um bis zu zwei Monate verlängert werden, wenn der Antrag besonders komplex ist – das Unternehmen muss dich aber informieren.
| Bearbeitungszeit | 30 Tage (max. 90 Tage bei Verlängerung) |
| Kosten | Kostenlos für den Antragsteller |
| Format | Deine bevorzugte Dateiformat (PDF, CSV, Excel) |
| Weitergabe möglich | Nur mit Zustimmung an Dritte |
| Widerspruchsmöglichkeit | Falls Ablehnungsgründe nicht überzeugend sind |
Wenn der Anbieter deinen Antrag ablehnt, muss er die Gründe nennen. Du kannst dann Beschwerde bei der Datenschutzbehörde deines Bundeslandes einreichen. Sollte das Unternehmen die Frist überschreiten, kannst du ebenfalls die Behörde einschalten. Es gibt keine Bußgelder für dich – aber das Unternehmen kann mit Geldstrafen bis zu 20 Millionen Euro rechnen.